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Von Störtebeker bis Tempo – Geschichten aus Neugraben-Fischbek

Sonne SDN

Dass es in Neugraben-Fischbek viel zu entdecken gibt, haben wir ja schon erwähnt https://www.ppimmo.de/familienfreundliches-neugraben-fischbek-es-lebe-der-sueden/ Unser Neubauprojekt SÜDN im Vogelkamp steht auf geschichtsträchtigem Land. Ein paar Einblicke, was dort alles schon passiert ist, bis dieses moderne und schicke Wohnviertel seine Entwicklung genommenen hat.

Wer über die B 73 in Richtung SÜDN rauscht, kann sich kaum vorstellen, dass hier früher der 1851 gebaute Sandweg namens Provinzial Chaussee von Harburg kommend die Dörfer Neu-Wiedenthal, Vischbeke und Niegraben verband. Kurz hinter der Ausfahrt Hamburg-Heimfeld, wo jetzt Daimler einen Sitz hat, ließ sich 1934 der Autobauer Vidal & Sohn mit seinem Tempo-Werk nieder. Nein – das hatte nichts mit den blau verpackten Taschentüchern zu tun. Hier wurde der legendäre Kleinlaster T6 gefertigt. Ein für heutige Verhältnisse winziger Lieferwagen auf drei Rädern, der zwar als unkaputtbar galt, aber vor dessen Gebrauch jeder Fahrer mit „Vor der Kurve bitte unbedingt den Fuß vom Gas nehmen, sonst kippt alles um!“ gewarnt wurde. Aber nicht nur Autos bewegten diesen Landstrich. Bis 1991 wurde dort, wo heute REWE in der Neuwiedenthaler Straße seine Ware zum Kauf anbietet, Grünkohl von Heinrich Lüders, angebaut, geerntet, gerupft, gezupft und verpackt. In Spitzenzeiten waren bis zu 200 Arbeiter für diese Marke fleißig. Eine Marke übrigens, bei der Grünkohl-Fans bis heute glasige Augen bekommen und die es natürlich auch immer noch in den Regalen von REWE gibt.

von Vischbeke nach Niegraben

Der Übergang nach Neugraben-Fischbek mit seinem historischen Ortskern ist fließend und beginnt schon bald nach dem besagten REWE-Markt. Genau genommen sind es zwei historische Ortskerne. Vischbeke, wie Fischbek früher hieß, taucht zum ersten Mal 1544 in den Geschichtsbüchern auf. Neugraben, zuvor Niegraben genannt, lässt sich bis zum Jahr 1510 zurückverfolgen. Die ehemaligen Bauerndörfer wurden 1951 zu einem Stadtteil zusammengefasst. Bis heute erinnern einige denkmalgeschützte, reetgedeckte Bauernhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert daran.

Hamburgs älteste Kopfsteinpflasterstraße

Umgeben von uralten prachtvollen Bäumen verläuft im Dorfkern Hamburgs älteste Kopfsteinpflasterstraße „Im Neugrabener Dorf“. Mit ein bisschen Fantasie können Spaziergänger hier das Schnauben der Pferde und das Klackern ihrer Hufeisen auf dem Pflaster hören, wenn die 1 PS starken, 4-beinigen Arbeitskräfte ihre schwer beladenen Heuwagen von den Feldern durch die Gassen heim in die Scheune ziehen. Um den alten Marktplatz finden die Neugrabener neben der örtlichen Polizeiwache, der Bücherhalle und dem Hallenbad alles, was das Herz begehrt. So bietet zum Beispiel das 1954 gegründete Traditionsgeschäft Feinkost Mecklenburg Spezialitäten aus aller Herren Länder. Und früher wie heute bittet ein Stückchen weiter auf der Francoper Straße das 1776 erbaute, legendäre Gasthaus Zur Börse zum Hausmannskost-Schmaus in historischem Ambiente.

Störtebeker war auch hier

Selbst Schatzsucher könnten in Neugraben-Fischbek unter Umständen endlich fündig werden! Ende des 14. Jahrhunderts soll der Seeräuber Gödeke Michels, seines Zeichens Piraten-Kamerad von Klaus Störtebeker, am 68 Meter hohen Neugrabener Falkenberg eine Burg besessen haben. Die Sage geht, dass dort immer noch immense Schätze liegen.

Zweimal Neugraben

Bis 1937 gab es Neugraben gleich zweimal. Denn bis dahin verlief mitten durch das Dorf eine Verwaltungsgrenze. Somit waren verschiedene Ämter zuständig. Hamburg galt aufgrund der Ortsgrenzen als Ausland und in den Schänken der Dörfer durfte nur inländisches Bier serviert werden. Dem Naziregime konnten sich die Neugrabener wie so viele andere leider auch nicht entziehen. So befand sich dort ein Außenlager des KZ Neuengamme, in dem 500 tschechische Jüdinnen von 1944 bis 1945 gefangen waren. Sie mussten als Zwangsarbeiterinnen die Siedlung am Falkenberg erbauen, die als ehemalige Behelfsheime und heute Flachdachbauten unter Milieuschutz stehen. Was aus den Gefangenen nach Fertigstellung wurde, ist nicht überliefert. In der Nachkriegszeit zogen dann schließlich tausende der Hamburger Ausgebombten nach Neugraben und bauten sich hier eine neue Existenz auf. Die Bevölkerungszunahme ist bis heute stetig. Inzwischen fühlen sich über 30.000 Einwohner in Neugraben-Fischbek zuhause, Tendenz steigend.

Infos unter https://www.ppimmo.de/angebote/suedn-jetzt-vormerken-lassen/ oder bei Anna Schulze Tel. 040 / 44 40 01

Autor: Daniela Maria Hübsch

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