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15.03.2017

Weniger Immobilien-Darlehen durch Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Weniger Immobilien-Darlehen durch Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Als die Bundesregierung im März 2016 die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) verabschiedet hat, war damit eigentlich der Schutz der Verbraucher gewollt. Aber schon damals prognostizierten Fachleute, dass es einen Rückgang der Kreditvergabe geben werde. Wie inzwischen vorliegende Zahlen belegen, haben sie Recht behalten. Ausnahme: Bei jungen Kreditnehmern gibt es ordentliche Zuwachsraten. 

Positiver Punkt der WIKR ist ja, dass Kreditinstitute oder –vermittler für Falschberatung haftbar gemacht werden können. Darüber hinaus wurden aber auch strengere Auflagen für die Kreditvergabe eingeführt. So müssen unter anderem vor Kreditzusage Fragen zur Familienplanung, das Vorliegen von Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Prognosen zur Arbeitsplatzsicherheit der Kreditbewerber, geklärt werden.

Strenge Kreditvergabe-Richtlinien

Die Ergebnisse fließen in die Bewertung zur Kreditvergabe ein. In der Praxis erhalten selbst manche Besserverdiener seit Einführung der WIKR kein Immobiliendarlehen mehr, weil sie der falschen Branche angehören, Familienzuwachs geplant ist oder weil sie zu alt sind. Die Kreditgeber dürfen sich nicht mehr auf den Immobilienwert als einzige Sicherheit verlassen und lehnen eine Kreditvergabe ab, sobald sie fürchten, dass das Einkommensniveau irgendwann nicht mehr ausreicht, um alle Kosten zu decken. Daneben brachten auch die verschärften Haftungsregeln für Falschberatungen eine große Verunsicherung bei den Kreditgebern.     

Die Jugend trotzt dem Trend

Dass diese neuen Vorschriften zu einer wesentlich restriktiveren Handhabung in der Kreditgewährung an Verbraucher führten, belegt nun eine von der Dr. Klein & Co. AG veröffentlichte Studie. In den Altersgruppen der 40-50 Jährigen sanken die Abschlüsse seit Inkrafttreten der WIKR im Verhältnis zum gleichen Vorjahreszeitraum, um circa 6 Prozent. Bei den 50-60 Jährigen um etwa 4 Prozent und bei den 60+ gar um 13 Prozent. Die Altersgruppe der 18-30 Jährigen hingegen macht ihren Vätern und Großvätern was vor. Das beweisen Zuwachsraten in dieser Altersgruppe von über 6 Prozent.

Bundesregierung greift ein

Damit die Branche zukünftig mehr Rechtssicherheit und Spielraum zur besseren Beurteilung der individuellen Voraussetzungen von Darlehens Antragsstellern bekommt, plant die Bundesregierung noch im ersten Quartal 2017 eine Überarbeitung der WIKR. Darüber hinaus ist angedacht, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ebenfalls Vollmacht erhält, die Kreditvergabepraxis für Immobilienfinanzierungen bei Bedarf zu regulieren.

Autor: Daniela Maria Hübsch

Bildnachweis: Michael Grabscheit/pixelio

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